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Printbuch schlägt E-Book – Muss es ein gedrucktes Buch in einem herkömmlichen Verlag sein?

Neulich fragte mich ein Seminarteilnehmer in einem unserer Kurse für Autoren, ob es denn heute wirklich immer noch wichtig sei, in einem herkömmlichen Verlag ein »Buch aus Papier« zu veröffentlichen. Wie er die Frage stellte, verriet schon, dass er die Antwort »Ja« erwartete. Und so ist es auch.

Die traditionellen Verlage verfügen über ein lange gewachsenes Knowhow, über sehr viel Erfahrung, was Themen, Inhalte, Stoffe betrifft, was Marketing, Pressearbeit und Lesungsorganisation betrifft. Und vor allem haben Sie das handwerkliche Wissen, wie mit Texten umzugehen ist. »Lektor« ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Also können sich heute sehr viele Menschen als Lektoren bezeichnen, die nie in einem mittleren oder großen Publikumsverlag gearbeitet haben.

Verlagslektoren sind in der Praxis geschulte Fachkräfte, die völlig anders mit Manuskripten umgehen, als mancher freie Lektor. Nichts gegen freie Lektoren! Es gibt hervorragende unter ihnen, vor allem die, die Verlagserfahrung in ausreichendem Maß besitzen. Doch leider gibt es auch Lektoren, die nie eine Anleitung erfahren haben und eher wie Korrektoren arbeiten. Doch das ist ein anderes Thema.

Verlage sind meiner Ansicht nach nicht ersetzbar – bisher zumindest nicht!

Vor allem aber dürfen wir den Buchhandel nicht vergessen. Der engagierte Buchhändler »um die Ecke« ist trotz Internethandel noch immer ganz entscheidend, wenn es darum geht, einen Autor durchzusetzen. Passionierte Buchhändler bieten ihren Kunden den besten Service, wenn sie ihnen die jeweils passenden Bücher empfehlen. Und Buchhändler geben ihre Empfehlungen nicht nur an Kunden weiter, sondern sprechen auch mit den Handelsvertretern der Verlage über Bücher, die sie begeistern. So erfahren Lieblingsbücher eine Mund-zu-Mund-Propaganda, die bestens wirkt.

Natürlich gibt es die Ausnahmen im E-Publishing: Selbst publizierte E-Books von Debütautoren, die zu Bestsellern werden. Doch die kleine Zahl dieser Erfolgsbücher bricht die Regel (noch) nicht. Was in 2025 sein wird oder in 2030, das steht allerdings in den Sternen.

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